18Dez
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20 Jahre Schulsportprojekt der Iserlohner Young Roosters

Das Schulsportprojekt der Iserlohner Young Roosters ist bundesweit einmalig und Sie, Herr Scharr sind von Anfang an dabei.

Martin Plewnia: Wie hat das ganze Projekt angefangen?

Frank Scharr: Gestartet wurde damals das Projekt durch Franz Broze und Dietmar Bräuning, als man merkte, dass die kleine Eisbahn morgens immer leer stand. Am Anfang hatten wir nur 4 Klassen in der Woche. Die Kinder zogen sich noch im Schlittschuh-Verleih um und trugen Fahrradhelme. Aber die Nachfrage wurde immer größer, nach drei Jahren hatten wir alle Grundschulen aus Iserlohn, Letmathe und Hemer bei uns im Programm. Möglich war dieses nur, weil es eine Kooperation mit dem Schulverwaltungsamt und der MVG gegeben hatte, die bis heute noch besteht. Mittlerweile haben wir eine eigene Kabine, Eishockeyschlittschuhe und Eishockeyhelme für dieses Projekt.

Martin Plewnia: Welche Aufgaben haben Sie bei diesem Projekt?

Frank Scharr: Ich bin für dieses Projekt verantwortlich. Zur Unterstützung habe ich noch vier hauptberufliche Trainer, die morgens das Training leiten. Ich vereinbare die Termine mit den Schulen und mit der MVG, den Bustransport zur Eishalle und zurück zu den Schulen. In der Kabine bin ich der Betreuer, ich helfe den mitgekommenen Eltern und Lehrern beim Anziehen der Kinder. Durch eine lange Ansprache nehme ich den Kindern die Angst vor dem Schlittschuhlaufen. Nach ein paar Trockenübungen geht es dann auf`s Eis.

Martin Plewnia: Welche Gruppen machen bei diesem Projekt mit?

Frank Scharr: Wir haben 15 Kindergärten. Alle Grundschulen aus Iserlohn, Letmathe und Hemer nehmen am Projekt/ teil. Seit zwei Jahren lade ich auch zwei Fördergruppen ein. Die eine kommt aus der Regenbogen Schule und die andere aus der Felsenmeer Schule. Von dort kommt eine Gruppe mit Kindern, welche eine geistige und/oder körperliche Behinderung haben.

Martin Plewnia: Wie viele Gruppen betreuen Sie pro Woche und wie oft darf insgesamt eine Gruppe auf das Eis?

Frank Scharr: Wir haben jeden Morgen zwei Klassen, die jeweils eine Stunde auf dem Eis sind, das macht also zehn Klassen pro Woche. Jede Klasse kommt dreimal in die Laufschule. Nach drei Wochen werden die Kinder verabschiedet und wir bekommen wieder neue Klassen.

Martin Plewnia: Was schätzen Sie, wie viele Kinder insgesamt in den letzten 20 Jahren an diesem Projekt teilgenommen haben, bzw. gab es unter den Kindern welche, die später Eishockeyspieler geworden sind?

Frank Scharr: Wir hatten schätzungsweise 25.000 Kinder in den 20 Jahren auf dem Eis. Von diesen Kindern haben schon einige ein Trikot der Deutschen Eishockey Liga getragen. Dieter Orendorz und Lean Bergmann gehören aktuell zum Kader der Iserlohn Roosters, Kevin Reich ist zur Zeit als zweiter Torhüter bei den Red Bulls München ebenfalls in der höchsten deutschen Spielklasse vertreten. Kevin Orendorz, Marcel Kahle, Mike Ortwein, Dustin Demuth und Max Faber haben auch schon alle DEL gespielt. Rene Behrens könnte der Nächste sein. Die beiden 18-Jährigen Talente Tim Fleischer und Nikita Alexandrov spielen zu Zeit in kanadischen Nachwuchsligen und haben gute Chancen, auch mal einen Profivertrag zu bekommen.

Martin Plewnia: Jetzt zu Ihrer Person: was treibt Sie an, an diesem Projekt schon seit 20 Jahren dabei zu sein?

Frank Scharr: Es macht mir immer noch genau so viel Spaß wie vor 20 Jahren. Die Kinder haben sehr viel Spaß und verbinden sich auch mit den Roosters. Wenn die Profis morgens trainieren, ist das Gebrüll der Kinder in der Kabine immer riesengroß… „Roosters, Roosters, Rossters !!!!!“

Martin Plewnia: Seid wann engagieren Sie sich persönlich bei den Young Roosters und wie ist es damals dazu gekommen?

Frank Scharr: Es war 1997, mein Sohn hatte damals mit Eishockey angefangen. Ich hatte sofort die Betreuung der Mannschaft übernommen. Nach vielen Jahren habe ich mich aber nur noch auf die Laufschule und den Schulsport konzentriert.

Martin Plewnia: Welche Abläufe bei der Zusammenarbeit zwischen den Schulen/Kindergärten und den Young Roosters in Bezug auf das Projekt „Schulsport“ finden Sie gut? Würden Sie gerne etwas verbessern oder etwas Neues initiieren?

Frank Scharr: Die Abläufe zwischen den Young Roosters, Kindergärten, Schulen, MVG und dem Schulverwaltungsamt sind reibungslos. Deswegen ist dieses Projekt so gut und einmalig in Deutschland.

Martin Plewnia: Jetzt noch eine letzte Frage: mit welcher Person würden Sie gerne für einen Tag die Rollen tauschen?

Frank Scharr: Mit einigen Personen aus der Politik der Stadt Iserlohn. Dann würde nicht über das Parkhaus vor der Eishalle diskutiert, sondern über eine zweite Eisfläche, welche hinter der Eishalle gebaut werden sollte für Kinder, die Eishockey lieben.

Autor: Young Roosters, Kategorie: Kategorien Eishockey