23Jan
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Gegacker aus dem Hühnerstall: Interview mit Boris Blank

Unser nächster Interviewpartner ist der aktuelle Trainer der U20 Mannschaft der Young Roosters Boris Blank. Das U20 Team spielt aktuell in der zweiten Division der Deutschen Nachwuchs Liga.

Herr Blank, Sie haben nach 921 Einsätzen in knapp 18 Jahren in der höchsten deutschen Eishockeyliga, in der Sie 525 Scorerpunkte gesammelt haben, am Ende der letzten Saison ihre Schlittschuhe als professioneller Eishockeyspieler „an den Nagel gehängt“. War die Entscheidung leicht zu treffen oder haben Sie darüber nachgedacht, noch etwas länger als Spieler aktiv zu sein?:

Herr Blank: Ich glaube es ist nie leicht für einer Sportler, seine Karriere zu beenden, aber irgendwann kommt die Zeit wo man solche Entscheidungen treffen muss. Ich habe genau überlegt und auch gemerkt, dass es schon so weit ist und die Zeit gekommen ist. Zum Glück konnte ich diese Entscheidung selber treffen und nicht jemand für mich. Ich habe eine lange Karriere gehabt und ich danke dem lieben Gott dafür, dass er mir diese Möglichkeit gegeben hat.

Herr Blank, seit wann stand fest, dass Sie nach dem Karriereende als Spieler Eishockeytrainer werden und wie kam es dazu, dass Sie Ihre Tätigkeit als Nachwuchstrainer bei den Young Roosters zu Beginn des Jahres 2019 aufgenommen haben und nicht z.B. in Krefeld, wo sie 9 Jahre lang gespielt haben?:

Herr Blank: Als ich entschieden habe, als Profi aufzuhören. Natürlich ist Krefeld meine Heimat und ich habe schöne 9 Jahren hier gehabt, meine Familie wohnt ja auch in Krefeld. Jedoch hat Krefeld nie richtig Interesse gezeigt, die Roosters im Gegenteil schon. Sie wollten mich unbedingt in der Roosters Familie behalten. Wir standen immer in Kontakt und mich selber hat es auch sehr interessiert. Ich habe dort einen Monat lang ein Praktikum absolviert und wir waren uns schnell einig, dass ich das U 20 Team übernehmen werde.

Was ist für Sie der größte Unterschied zwischen den Tätigkeiten als Profieishockeyspieler und Nachwuchstrainer?:

Herr Blank: Erst einmal musst Du mehr arbeiten und du bist weniger zu Hause:-). Zweitens bist Du nicht nur für dich verantwortlich, sondern für 25 Jungs, die dir glauben und von dir lernen wollen sowie deine Erfahrung hören möchten. Ich lerne jeden Tag etwas Neues, auch, weil es schon zwei verschiedene Welten sind, als Spieler zu spielen oder als Trainer hinter der Bande zu stehen.

Sie sind seit Anfang 2019 Trainer bei den Young Roosters, konnten aber schon in den Wochen davor bei den YR „reinschnuppern“. Wie waren die ersten Tage und Wochen bei den Young Roosters? Was ist ihnen leicht und was schwer gefallen?:

Herr Blank: Also wie ich schon vorher gesagt habe, mein Praktikum hat mir super gefallen. Mir hat es sehr viel Spaß gemacht. Ich wurde zum Glück gut von den Jungs aufgenommen, das war schon mal ein positives Gefühl. Erleichternd kam hinzu, dass die Jungs mich schon vorher als Spieler kannten. Schwer ist für mich immer noch, meine Ideen weiter zu vermitteln. Die Sachen, die für mich ganz normal sind, sollen die Jungs umsetzen. Für die Jüngeren ist es noch ganz schwierig und sie müssen wochenlang trainieren, bis es zu einem automatischen Ablauf kommt.

Welche Mannschaften bzw. welche Altersstufen trainieren Sie und für welches Team sind Sie hauptverantwortlich?:

Herr Blank: Ich bin U 20 Trainer, also trainiere ich die Jungs im Alter von 17-20 Jahren.

Haben Sie sich persönlich Ziele als Trainer gesteckt und welche Ziele verfolgen Sie mit der U20 Mannschaft der Young Roosters?:

Herr Blank: Meine persönliche Ziele: Jeden Tag etwas dazuzulernen und mich selber weiterzuentwickeln und dass die Jungs sich auch weiter entwickeln. Mit meiner Mannschaft wollen wir erst einmal die Abstiegsrunde vermeiden, dass heißt Top 6 zu erreichen. Bis jetzt sind wir auf Platz 5 und haben gute Chancen, unsere Ziele zu erreichen.

Wie beurteilen Sie die Trainingsvoraussetzungen in Iserlohn und was würden sie gerne verbessern?:

Herr Blank: Es gibt immer Luft nach oben. Wir können und müssen uns noch überall verbessern. Was mir direkt aufgefallen ist: es fehlt natürlich eine zweite Eisfläche, außerdem wünsche ich mir immer noch mehr Kommunikation mit dem Internat.

Letzte Frage: Mit welcher Person würden Sie gerne für einen Tag die Rolle tauschen?:

Herr Blank: Mit niemandem, ich bin glücklich wie es ist. Wichtig ist, dass alle im meinem Umfeld gesund bleiben.

Autor: Young Roosters, Kategorie: Kategorien Eishockey