26Feb
interviews_yr

Gegacker aus dem Hühnerstall: Interview mit Marwin Isenberg

Hallo Herr Isenberg, Sie sind nun seit dem Sommer 2018 Athletiktrainer bei den Young Roosters. Bei den unterschiedlichen Teams der YR sind Sie jetzt kein unbeschriebenes Blatt mehr, es wird Zeit, sich der breiten Öffentlichkeit vorzustellen.

Woher stammen Sie, wo leben Sie und welchen Abschluß bzw. Beruf haben Sie gelernt ?

Hr. Isenberg: Ich stamme aus Iserlohn und lebe seit kurzem wieder in Deilinghofen. Ich bin Sportwissenschaftler und Personal Trainer, habe in Bochum studiert und in verschiedenen Einrichtungen des Ruhrgebietes lernen dürfen.

Sind Sie schon länger mit dem Eishockey verbunden oder war das im Sommer Neuland für Sie?

Hr. Isenberg: Den Eishockeysport habe ich vor meinem Engagement nur als Fan verfolgt. Als Reha- und Athletiktrainer ist es keine Seltenheit, dass man sich mit neuen Sportarten auseinandersetzen muss. Es gilt immer, die Sportler so weit zu entwickeln bzw. fit zu machen, dass die Zielsportart maximal erfolgreich bewältigt werden kann.

Welche Hobbies haben Sie?

Hr. Isenberg: Das Athletiktraining ist natürlich nicht nur Beruf, sondern auch alltägliches Hobby. Wandern, Trekking und Reisen sind meine liebsten Beschäftigungen, um Abstand vom Alltag zu gewinnen und zu reflektieren. Gipfelgang.de ist mein Projekt im Bereich Personal Training für Privatpersonen, mit welchem ich versuche, diese beiden Bereiche zu verbinden. Vom Fitnessanfänger bis zum Wettkampfathleten wird jeder individuell betreut.

Interessieren Sie sich auch für andere Sportarten?

Hr. Isenberg: Im Zuge meines Studiums habe ich viele verschiedene Sportarten und deren Philosophien kennen lernen dürfen. Tennis, Klettern, Segeln und Schwimmen sind nur einige davon. Interessant wird eine Sportart für mich besonders, wenn ich ein Team oder einen Klienten daraus betreue. Sei es die rehabilitative Vorbereitung auf den erneuten Einstieg in die Sportart oder die athletische Ausschöpfung des Potentials für die Zielsportart – darin liegt die Würze!

Wann und wieso sind Sie das erste Mal mit den Young Roosters in Berührung gekommen und wie kam es zu Ihrem Engagement bei den Young Roosters und wie war Ihr erster Eindruck über die YR?

Hr. Isenberg: Über meinen langjährigen Freund Tim Schneider (U15-Coach) entstand der Kontakt zu Collin Danielsmeier. Im Rahmen des 5-Sterne-Ausbildungskonzeptes ist regelmäßiges Athletiktraining ab der U13 vorgesehen. Um hier einen langfristigen Entwicklungsprozess anzustoßen, war es die Idee, einen Experten dazu zu holen.

Welche Teams der YR trainieren Sie und was genau ist Ihr Aufgabengebiet?

Hr. Isenberg: Ich trainiere die Knaben (U13), Schüler (U15) und Jugend (U17). Meine Aufgabe liegt in der langfristigen Entwicklung der Spieler, nicht im kurzfristigen „Auspowern“. Athletiktraining im Nachwuchs sollte immer auch Lerntraining sein. Vom DEB ist es vorgesehen, dass Meilenstein-Konzept durchzuführen. Es gilt korrekte Bewegungsmuster zu erlernen, vernünftig daran zu arbeiten und bestimmte Kraftwerte zu erreichen, um im Profibereich möglichst langfristig verletzungsfrei zu bleiben und Höchstleistungen abrufen zu können. Demnach arbeite ich viel an der Beweglichkeit, Stabilität und Kraft.

Wie sind Sie damals von den Mannschaften empfangen worden, wie waren Ihre ersten zwischenmenschlichen Eindrücke von den Teams?

Hr. Isenberg: Der Empfang war sehr herzlich. Der Bedarf nach einem separaten Athletiktraining ist für die meisten Kinder jedoch erst einmal Neuland gewesen. Entsprechend musste zunächst Aufklärungsarbeit über die Notwendigkeit und Ziele des Zusatztrainings geleistet werden. Das hat sich mittlerweile gut entwickelt.

Wie war damals der Fitnesszustand der einzelnen Spieler und Mannschaften?

Hr. Isenberg: Da ich im Zuge einer Sommervorbereitung noch nicht mitwirken und keine Diagnostiken durchführen konnte, stützt sich mein Eindruck auf das absolvierte Training: Ausdauer haben sie alle. Die Bewegungsmuster der einzelnen Kraftübungen waren und sind zu verbessern. Auch regelmäßiges Klagen über leichte Knie-, Hüft- und Schulterschmerzen machen die Arbeit an der Beweglichkeit und Stabilität notwendig, um verletzungsfrei zu bleiben und dauerhaft auf dem Eis 100% geben zu können. Nach der nächsten Sommervorbereitung kann ich mit genauen Werten dienen.

Welche Ziele haben Sie sich selbst als Athletiktrainer der YR gesteckt und was erwarten Sie von den einzelnen Spielerinnen und Spielern?

Hr. Isenberg: Ich möchte den Kindern und Jugendlichen Körperbewusstsein und Spaß am Krafttraining vermitteln. Wer bei den Young Roosters ausgebildet wird, soll die Werkzeuge an die Hand bekommen, ein echter Profiathlet zu werden. Athletiktraining macht dich nicht direkt zu einem besseren Eishockeyspieler, aber es gibt dir das Potential, auf einer soliden athletischen Basis zu einem besseren Eishockeyspieler zu werden. Ich erwarte daher von den Athleten, diese Verbindung zu verstehen und diszipliniert die Übungen zu absolvieren. Denn nur wer gewillt ist an sich zu arbeiten, wird besser werden. Wer nicht mitzieht, wird sich nicht optimal entwickeln können.

Wenn Sie bei den YR etwas verbessern könnten, was wäre es?

Hr. Isenberg: Wir arbeiten daran die Trainingsbedingungen weiterzuentwickeln. Eine Art Turnhalle oder großer Raum, um mit circa 20 Athleten angemessen zu trainieren, wäre von Vorteil. Den Austausch zwischen Nachwuchs- und Profibereich würde ich mir noch intensiver wünschen, um im gesamten Verein eine übergreifende Performance-Kultur zu etablieren.

Welche drei Dinge würden Sie auf eine einsame Insel mitnehmen?

Hr. Isenberg: Wie auf eine gute Geburtstagsfeier würde ich gute Laune, einen Kasten Bier und Geld fürs Taxiboot mitbringen.

Letzte Frage: Mit welcher Person würden Sie gerne für einen Tag die Rolle tauschen?

Hr. Isenberg: Vielleicht Iron Man. Grenzenlose Kreativität und Intelligenz, gepaart mit den finanziellen Möglichkeiten, alles umsetzen, was man erschaffen möchte.

Autor: Young Roosters, Kategorie: Kategorien Eishockey