03Dez
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Gegacker aus dem Hühnerstall: Lukas Lang

Unser nächster Interviewpartner ist der aktueller Torwarttrainer der Young Roosters Lukas Lang. Vor zwei Jahren hat er seine Profilaufbahn verletzungsbedingt vorzeitig beenden müssen. Zuvor war er unter anderem für Red Bull München, die Düsseldorfer EG und die Adler aus Mannheim in der höchsten deutschen Spielklasse als Torhüter tätig.
Herr Lang, als sie vor zwei Jahren als Torwarttrainer der Young Roosters vorgestellt wurden, haben einige Eishockeykenner nicht schlecht gestaunt. Wie kam es zur ihrem Engagement bei den Young Roosters?

Lukas Lang: Aufgrund meiner Verletzung, die ich mir 2015 in Düsseldorf zugezogen habe, musste ich mich beruflich umorientieren und leider vom Profi-Sport verabschieden. Harald Weißgerber kam dann auf mich zu und erzählte mir, dass in Iserlohn ein Stelle zu vergeben sei. Daraufhin kontaktierten mich die Roosters und wir kamen so ins Gespräch. Nun bin ich im Büro und als Torwarttrainer beschäftigt.
Was hat sich in ihrem Leben am meisten verändert, seitdem sie Trainer und nicht mehr Eishockeyprofi sind?

Lukas Lang: Meine Sicht auf den Sport ist nun eine andere. Ich beschäftige mich jetzt viel mehr mit dem Drumherum und das Hirn arbeitet nun mehr als der Körper. Dennoch habe ich mich sehr schnell daran gewöhnt, nicht mehr im Rampenlicht, sondern daneben zu stehen. Es macht mir sehr viel Spaß!
Hat sich an den Trainingsmethoden etwas verändert und wenn ja, was genau im Vergleich zu der Zeit, als sie noch junger Nachwuchstorhüter waren?

Lukas Lang: Als ich 2003 Profi geworden bin, spielte ich noch gegen Jimmy Waite oder Chris Rogles. Diese Torhüter waren natürlich ganz anders wie die von heute! Das Torwartspiel hat sich sehr verändert im Vergleich zu damals, ganz zu schweigen vom Nachwuchs früher. Heute ist alles akrobatischer und schneller! Der Torhüter spielt viel mit und hält die Pucks nicht nur fest. Ich musste also immer viel dazulernen über die Jahre.
Wenn man Sie in den Trainingseinheiten beobachtet, fällt einem auf, dass sie sehr akribisch sind. Worauf legen sie den größten Wert in den Trainingseinheiten?

Lukas Lang: Wie gesagt, es bereitet mir viel Freude mit den Jungs zu arbeiten! Ich hatte das Glück, von meinen Ex-Torwartrainern, die auch NHL-Erfahrung hatten oder haben, viel mitzunehmen. Heute habe ich immer noch mit einigen Leuten aus Nordamerika oder anderen Teilen Europas guten Kontakt. So bleibe ich stets immer auf dem neuesten Stand und lerne wieder Neues dazu!
Welche Voraussetzungen muss heute ein Kind bzw. Jugendlicher mitbringen, um ein sehr guter Eishockey-Torhüter zu werden?

Lukas Lang: Das beste Beispiel bringe ich den jungen Goalies immer in Form meines guten Freundes Daniar Dshunussow: Dani war niemals der Talentierteste, sagt er auch selbst von sich. Jedoch hatte er allen eines voraus… Er war ein harter Arbeiter und mental stark! Er gab niemals auf, egal wie schlecht die Karten für ihn standen. Der Wille bzw. die Einstellung und der Kopf, das muss stark vorhanden sein heutzutage! Dann kommt erst der Part mit dem Talent und der Athletik eines Zirkusartisten hinzu. Fertig ist der Torhüter von heute!
Wie berurteilen sie die Trainingsvorraussetzungen in Iserlohn und was würden sie gerne verbessern?
Lukas Lang: Wir haben enorme Qualität im Trainerstab mit vielen Ex-Profis wie Collin Danielsmeier oder Boris Blank. Von diesen Vorbildern mit internationaler Erfahrung profitieren unsere Kids sehr! Dennoch bilden wir uns weiter und bringen immer wieder neue Impulse auf´s Eis. Vom Torwart bis zum Stürmer können wir eine individuelle Ausbildung bieten. Nur hoffe ich immer noch bzw. warte ich auf die größere Öffnung der Tür zu unserer A-Mannschaft! Bei den Torhütern zähle ich in jedem Nachwuchsteam mindestens ein Talent mit Zukunftsperspektive! Diese Jungs brauchen aber eine Chance bzw. einen „gehbaren“ Weg um es zu schaffen! Diesen müssen die Profi-Abteilung und wir ebnen, da uns die Talente sonst früher oder später weglaufen werden.

Letzte Frage: Mit welcher Person würden Sie gerne für einen Tag die Rolle tauschen?

Lukas Lang: Ich habe im Leben alles, was ich mir je erträumt habe! Ich habe eine wunderbare Ehefrau, die mir drei wundervolle und gesunde Kinder geschenkt hat. Dazu durfte ich mir meinen Traum von einer Eishockeyprofi-laufbahn erfüllen und vor ausverkauften Arenen spielen. Ich bin also mehr als genug gesegnet im Leben und möchte von daher mit niemanden tauschen wollen. I´m happy the way it is…!

Vielen dank für das nette Gespräch Herr Lang.

Autor: Young Roosters, Kategorie: Kategorien Eishockey