06Sep

Inteview mit Bob Paton und Michael Schäfer

Hallo Herr Paton und Herr Schäfer!
Ihre erste Saison als Vorsitzender bzw. zweiter Vorsitzender der Young Roosters ist nun Geschichte. Es wird Zeit, eine Bilanz zu ziehen:
1) Haben Sie sich die Arbeit in Ihren Ämtern vor über einem Jahr so vorgestellt wie sie ist oder weicht Ihre Vorstellung von der Realität ab?
Herr Paton:
Da ich schon seit Jahren im Vorstand der Young Roosters tätig bin, wusste ich was auf mich zukommt. Trotzdem hat mich die Menge der Arbeit überrascht. Ich bin froh, dass wir die Vorstandsarbeit auf mehrere Schultern verteilen können, außerdem kam es mir entgegen, dass ich viele meiner Aufgaben im Eishockeyverband NRW abgeben konnte.
Herr Schäfer:
Obwohl ich bereits seit etlichen Jahren im Bereich der Mannschaften für den Verein tätig war und stets mit dem Vorstand eng zusammen gearbeitet habe, ist es doch etwas Anderes, selbst an den Schalthebeln zu sitzen und alle Probleme, die ein Verein so mit sich bringt hautnah erleben zu müssen.
Trotz oder gerade wegen dieser Vorkenntnisse ist es mir nicht immer leicht gefallen, unspektakuläre Entscheidungen mitzutragen oder mich in bestimmten Situationen neutral zu verhalten.
Ich habe versucht, möglichst immer den Verein im Blick zu haben. Hier sind in erster Linie viele Kinder, die Spaß am Sport haben sollen.
Leider kollidiert dieser Blickwinkel häufig mit den Wünschen und Zielen, die von der sportlichen Seite aus vorgegeben sind. Somit ist es aus meiner Sicht notwendig, einen gangbaren Kompromiss für diese Situation zu finden, was nicht immer einfach ist.
2) Konnten sie alle ihre Vorhaben umsetzen?
Herr Paton:
Ja, es sind einige Vorhaben von mir schon in die Tat umgesetzt worden, aber es befindet sich noch vieles in Planung. Ich habe noch viele Ideen, um den Verein voranzubringen. Für einige Vorhaben brauchen wir noch mehr Zeit und Mitstreiter, um diese umsetzten zu können.
Herr Schäfer:
Ich hatte mir vorgenommen, den Verein im verwaltungstechnischen Bereich besser aufzustellen. Dieses ist mir teilweise gelungen, Verbesserungs-potential ist jedoch noch gegeben.
3) Sie haben die Öffentlichkeit damit überrascht, als Sie die Para Hockey Sparte und einen „Girlsday“ bei den Young Roosters aus der Taufe gehoben haben. Wie kam es dazu und wie geht es mit den beiden Themen weiter?
Herr Paton und Herr Schäfer:
Die Verbindung zum Para-Hockey war durch Andreas Pokorny als Nationaltrainer in dem Bereich eigentlich schon immer in Iserlohn gegeben. Es gab bisher für die Sledge-Hockey-Mannschaft nur keine Zugehörigkeit zu einem Verein, was sich ab 2019/2020 ändern wird. Wir sprachen im vergangen Jahr mit Ian Wood, dem Manager der Deutschen Para Hockey Nationalmannschaft und danach ging es ziemlich schnell bis zum ersten offiziellen Para Hockey Training.
Dass in diesem Bereich interessanter Sport geboten wird, davon konnten wir uns ja alle bei dem tollen Spiel zum Saisonende 2018 gegen die belgische Mannschaft überzeugen.
Dass wir erstmalig einen Girls-Day ausgerufen haben hängt zum Einen mit dem mittlerweile hohen Anteil von Mädchen zusammen, die sich im Laufe der Saison in der Eislaufschule angemeldet haben und die mit Spaß und großem Eifer bei der Sache sind. Des Weiteren haben wir einige Mädchen in den Mannschaften, die das Potential haben sehr weit zu kommen. Z.B Lea Badura, Julia Kohberg und Sara Brammen, welche im Sommer erfolgreich für die Nachwuchsnationalmannschaften der Damen tätig waren.
Hier wäre es wünschenswert, langfristig eine Damenmannschaft zu etablieren, was z. Zt. leider an den nicht zur Verfügung stehenden Eiszeiten scheitert. Da stoßen wir wieder mal an unsere Eiszeitkapazitäten, eine zweite Eisfläche würde uns auch in diesem Fall weiterhelfen.
4) Mit Christian Hommel ist nun ein ehemaliger Young Roosters-Spieler (vor seiner Profikarriere) und Trainer (nach Beendigung seiner Profikarriere) sportlicher Leiter der Iserlohn Roosters. Was erhoffen Sie sich aus dieser Änderung in Hinsicht auf die Zusammenarbeit zwischen Profibereich und dem Nachwuchs?
Herr Schäfer:
In vielen Spitzenvereinen findet z.Zt. unter Förderung des DEB ein Änderungsprozess statt, der die Nachwuchsarbeit verbessern und als wesentliche Grundlage für den Spitzensport festigen soll. Hier sind das 5-Sterne-Programm sowie andere sportliche Maßnahmen zu nennen.
Mit Christian Hommel haben die Roosters einen sportlichen Leiter, der als ehemaliger IEC-Nachwuchsspieler und Nachwuchstrainer bestens mit unseren Sorgen und Nöten vertraut ist. Ich gehe sehr davon aus, dass sich das auf die Zusammenarbeit zwischen DEL-Verein und Nachwuchsabteilung positiv auswirken wird. Es haben bereits einige Gespräche stattgefunden und die ersten Entscheidungen, welche ein „Umdenken“ belegen sind gefallen.
Herr Paton:
Ich kann die Aussage meines Vorstandskollegen nur damit ergänzen, dass wir uns daraus ein frühere Anbindung der Nachwuchsspieler aus dem Bereichen U17 und U20 an die Profimannschaft erhoffen.
Vielen Dank für das nette Gespräch.

Autor: Young Roosters, Kategorie: Kategorien Eishockey